Logo von Maypraxis - der Praxis von Michaela May für Schmerztherapie und Behandlungen des Bewegungsapparates

Wenn der Magen Feuer legt

Sodbrennen – genau betrachtet

Sollten Sie unter Sodbrennen leiden, gibt es einen Trost – Sie sind nicht allein. Auch wenn nur wenige darüber sprechen, vielleicht weil es peinlich ist oder ohnehin schon genug nervt: Sodbrennen zahlt zu den häufigsten Beschwerden, etwa 30 % der Bevölkerung klagen im Laufe  eines Jahres darüber.

Dr Magen, Aufbau und Zahlen zu seiner Leistung

Zahlen und Fakten: der Magen

Davon haben bis zu 25 % zumindest einmal pro Woche Sodbrennen, 10 % sogar täglich. Bei 60-90 % der Betroffenen sind die Beschwerden chronisch, d.h. sie bestehen über Jahre. Wichtig ist es, die richtige Ursache für Sodbrennen herauszufinden – nur dann gelingt die Behandlung wirklich.

Magensäureüberschuss – nicht immer der Grund

Landläufig wird als Ursache für Sodbrennen ein Überschuss an Magensäure angenommen. Normalerweise reguliert der Magen die Produktion,  ist z.B. die Magenschleimhaut allerdings geschädigt, kommt das System durcheinander. Auch Nahrungsmittel (Kaffee, Alkohol, zuviel Süßes) können Säurelocker sein. Die scharfen Magensäfte stehen nicht mehr in Relation zum zu bearbeitenden Speisebrei und suchen sich einen Weg nach außen, meist in Richtung Speiseröhre. Dann spricht man von einem Reflux. Sie verspüren dadurch vor allem:

  • Ein sauer-scharfes Aufstoßen, oft mit Schluckbeschwerden.
  • Schmerzen beim Essen, meist hinter dem Brustbein.
  • Bauchschmerzen und Blähungen nach dem Essen
  • Manche Beschwerden können sich sogar anfühlen, als wäre man erkältet. Tatsächlich kann Sodbrennen auch eine Entzündung des Kehlkopfes, Nasenebenhöhlenoder der Bronchien provozieren.
Ein Mangel an Magensäure kann eine Ursache für Sodbrennen sein. Ein Selbsttest hilft.

Test auf Magensäuremangel – ein erster Hinweis!

Das Problem ist, dass unser Magen ist in Sachen Symptomen nicht sehr erfinderisch ist – das macht die Diagnose kniffelig. Alle die oben genannten Verdauungsprobleme können nämlich auch die genau gegenteilige Ursache haben, also einen Mangel an Magensäure. Gerade die Art, wie wir uns heutzutage ernähren (zu viel, zu fett, zu eiweißreich) kann dazu führen, dass unser Magen nicht mehr hinterherkommt. Das kann zu allen bekannten Verdauungsstörungen führen – bis hin zu den Symptomen eines Reizdarms. Deshalb ist es so wichtig, herauszufinden, welche Ursache  für Sodbrennen vorliegt – und nicht einfach nur blind mit Säureblockern gegen die Beschwerden vor zu gehen .

Medikamente – auch eine Ursache für Sodbrennen

Säureblocker (Antazida) und Säurehemmer (sog. Protonenpumpenhemmer), die teils frei verkäuflich sind,  machen nur Sinn, wenn die Diagnose einer Magenübersäuerung  wirklich feststeht. Denn ansonsten läuft die Medikamentierung günstigstenfalls in´s Leere (= Sie spüren keine Verbesserung) oder die Symptome verschlimmern sich auf Dauer sogar (= der Magen produziert noch mehr Säure).

Es kann auch sein, dass die Ursache für Sodbrennen in der Einnahme anderer Medikamente liegt. Alle Arzneimittel, die z.B. muskelentspannend wirken, können den Magen schwächen, z.B.:

  • Herz-Kreislaufmittel, z.B. Blutdrucksenker
  • Beruhigungsmittel
  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen Asthma
  • Arzneien gegen Harninkontinenz, (sog. Anticholingerika, sie unterdrücken die Magensäureproduktion)

Wenn der Magen unter Druck gerät…

Bedenken Sie, dass der Magen in der Mitte des Körpers liegt. Daraus ergeben sich anatomische Besonderheiten: Der Magen kriegt schnell Druck und den puffert er ab – z.B. indem er sich – dummerweise meist nach oben – entleert. Woher kann der Druck kommen?

  • Von unten: Chronische Verdauungsstörungen. Blähungen und Verstopfungen behindern den Abfluss des Speisebreis aus dem Magen in den Darm.
  • Von oben: Sie kauen nicht richtig. Die Nahrung ist nicht ausreichend zerkleinert, landet in zu großen Brocken im Magen. Er kommt an seine Grenzen; der Nahrungsbreis liegt zu lange im Magen, bis er wenigstens ansatzweise zerkleinert ist.
  • Von allen Seiten: Übergewicht kann den Magen in seiner Funktion stark beeinflussen. Er hat schlicht nicht genug Raum um sich zu bewegen (das muss er nämlich, um den Speisebrei zu bearbeiten).

… oder irgendwo unterwegs ist

Eine gar nicht so seltene Ursache für Sodbrennen ist eine sogenannte Hernie. In der Körpermitte hat der Mensch eine feste Muskelplatte, das Zwerchfell – genau hier treffen sich Speiseröhre und Magen. Liegt eine Bindegewebsschäche vor, kann sich der Mageneingang in der Durchlasstelle verrutschen und einklemmen.

Hernien können ein Grund für Sodbrennen sein.

Hernien – eine Ursache für Sodbrennen

So gelangt eine ordentliche Menge von Magensäure in die Speiseröhre. Das kann ab und zu passieren – aber auch dauerhaft. Übrigens: Wer eine Zwerchfellhernie hat muss nicht zwangsweise Sodbrennen entwickeln. Das macht doch Hoffnung, oder?

Konsequenzen – an die Sie sicher nicht dachten!

Es liegt auf der Hand, welches Organ am meisten darunter leidet, wenn Magensäure zurückfließt: Die Speiseröhre. Ihr fehlt ein schützender Schleimüberzug, das führt zu Verätzungen und Entzündungen sind die Konsequenz (Ösophagitis). Auf Dauer kann die Schleimhaut der Speiseröhre sogar verkümmern, vernarben und sich verkürzen, man spricht dann vom Barett Syndrom.

Aber auch der Darm hat mehr zu kämpfen, wenn der Magen nicht richtig arbeitet. Es gelangen mehr und mehr schlecht vorverdaute Proteine in den Darm. Ein Fest für die eiweißliebende Fraktion der Darmbakterien; sie arbeiten sich an den Proteinen ab, dabei entstehen schädliche Stoffwechselprodukte, wie z.B. Histamin. Das kann sogar bis zu Symptomen einer Histaminintoleranz führen. Zugleich werden die eigentlich wichtigen Bakterien im Darm, nämlich diejenigen, die Kohlenhydrate verdauen können, von den Eiweißfressern verdrängt. Das Darmgleichgewicht gerät aus dem Takt, Verdauungsstörungen sind programmiert.

Therapie: Ursachen für Sodbrennen angehen!

Was können wir gemeinsam aus ganzheitlicher Sicht also tun, um die Ursachen für Sodbrennen in den Griff zu kriegen? Folgendes:

  • Diagnostik> Welche Störung liegt vor? (Anamnese, ggf. Stuhl- und Blutlabor)
  • Ernährungstagebuch > Was essen Sie wann und wie? Entsprechende Beratung, wie es besser gehen könnte, z.B. durch basische Ernährung oder durch Gewichtsreduktion mit der my Level Diät.
  • Symptomatische Therapie: Beschwerden in den Griff bekommen z.B. mit Phytotherapeutika.
  • Darmsanierung > Reparatur von Schleimhautschäden, Förderung der natürlichen Säuerungsflora.
  • Ausleitungs- und Entgiftungstherapie > Entsäuerung des Körpers vor allem nach chronischer Belastung.
  • Fasten > z.B. mit der my Basenfasten Kur in meiner Praxis;  eine Zeit der Ruhe für Magen und Darm zur Regeneration.

 

Mehr Infos zum Thema Ursachen für Sodbrennen und Vorbeugung? Dann schauen Sie hier:

Hausmittel – Soforthilfe bei sauerem Aufstoßen

Reflux – Tipps zur Vorbeugung im Alltag

Schonkost – Die 5 goldenen Regeln