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Fakten zum Thema „Schlaf“

Was der Körper im Schlaf so erledigt

Wir denken, wenn wir schlafen herrscht Ruhe im Körper – weit gefehlt. Im Schlaf läuft unser Hirn zur Hochform auf, ungestört von Ablenkungen und Aufgaben, die es für den Mensch tagsüber zu bewältigen und zu organisieren hat. Unser Organismus arbeitet ebenfalls auf Hochtouren, er repariert und regeneriert.

Wie wird man eigentlich müde?

Wenn Ihrem Auto das Benzin ausgeht, dann fahren Sie zur Tankstelle, genau das macht der Körper, indem er uns in den Schlaf schickt: Ist der zelluläre Haupttreibstoff, das ATP (Adenosintriphosphat), durch allerlei Aktivität wie Bewegung und Stoffwechsel aufgebraucht, werden alle Neurotransmitter, die uns aktiv und quirlig halten vom Körper blockiert: als Konsequenz werden wir müde. Konsequent setzt uns der Körper auf Sparflamme in dem er unseren Stoffwechsel runter fährt.

  • Die Körpertemperatur sinkt um 1,5 Grad, was eine Menge ist und übrigens auch der Grund dafür, warum wir abends im Bett auch schon mal eher kalte Füße haben.
  • Atmung und Herzschlag gehen in weiten Teilen der Nacht ruhiger. der Blutdruck sinkt.
  • Die Muskulatur,  den ganzen Tag stetig im Einsatz, erschlafft und entspannt.
  • Das Gehirn, im Wachzustand ebenfalls im wilden Dauereinsatz,  arbeitet weiter, aber viel ruhiger: Hirnwellen werden im Schlaf konstanter und rhythmischer.

Macht zu wenig Schlaf krank?

Dass er uns durch Schlaf ausgeknockt hat nutzt der Körper für lebenswichtige Aufgaben:   Im Schlaf arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Es repariert, tauscht Zellen aus. Es  bekämpft intensiv Bakterien und Viren. In der Schlafenszeit werden neue Immunzellen gebildet – der Wachschutz für den kommenden Tag wird neu aufgestellt. Kurzum: Der Körper schaltet von der äußeren Leistung auf innere Leistung. Schlaf ist keine stille Phase, aber eine Phase des Gleichklangs. Insofern kann ich die Eingangsfrage nur  bejahen: Ja, zu wenig Schlaf kann einen Patienten nicht nur psychisch fertig machen, sondern auch organisch krank.

Aber: Für diese grundlegenden Immun-Aufgaben braucht der Organismus ziemlich genau 5 Stunden – und diese Zeit holt er sich in den meisten Fällen.  Sie ist eine Vorgabe unserer biologische innere Uhr – nur wird es uns, gequält wach im Bett liegend oft gar nicht bewusst, dass wir zwischendurch geschlafen haben. Sie kennen den umgekehrten Effekt: Wenn der Wecker klingelt – nur noch einmal kurz umdrehen und zack haben Sie eine Stunde verschlafen.

Macht zuwenig Schlaf dick?

Nicht direkt, aber indirekt. Denn im Schlaf laufen wichtige Verdauungsvorgänge. Der Darm hat  seine Hoch-Zeit: Er bekommt jede Menge Blut, das tagsüber von den anderen Organen und den Muskeln beansprucht wird und kann nun richtig loslegen. Auch die Niere hat, während wir nachts liegen, perfekte Druckverhältnisse um in Ruhe vor sich hin zu filtern. Deshalb müssen manchen Menschen auch gerne nachts öfter auf die Toilette und für alle ist es am Morgens der erste Gang.

Schlafenszeit ist Energiegewinnungszeit: Grob gesagt bedient sich der Körper tagsüber aus den schnell verfügbaren Kohlenhydraten. Die sind schnell aufgespalten und stehen damit sofort zur Verfügung. Etwas mehr Arbeit hat unsere Leber mit Eiweiß und Fett – die chemischen Prozesse sind langwieriger und dafür nimmt sie sich die Zeit in der Nacht. Das wussten schon alte Heilgelehrte: Nach der traditionellen jahrtausendealten Chinesischen Organuhr hat die Leber ihre Hauptzeit gegen 3.00 Uhr.

  • Die Energie aus Eiweiß brauchen vor allem die Muskeln. Denken Sie also nicht, Ihre Muskeln wachsen beim Sportsie wachsen in den Ruhephasen: Der Körper reagiert die Muskeln, bei regelmäßiger Beanspruchung legt er noch eine Schippe drauf und baut die Muskulatur auf. Deshalb ist ein ausreichender Schlaf für Kinder, Jugendliche und Sportler besonders wichtig.
  • Auch die Haut, die sich ständig um 28-Tage-Rhythmus komplett (!) erneuert, wird nachts mit dem Bindegewebseiweiß Kollagen versorgt. Deshalb sieht sie morgens frischer aus. Außerdem: Die nachts geglättete Muskulatur straft die Haut zusätzlich.
  • Nun kommend wir zum nächtlichen Fetthaushalt. Während des Schlafs  wird der appetitanregende Stoff Grehlin automatisch herunter geregelt, damit wir nicht vor Hunger aufwachen (versuchen Sie mal tagsüber 6-8 Stunden nichts zu essen…). Schläft man nicht bleibt der Grehlin-Spiegel hoch und signalisiert uns „Hunger“ und „essen wollen“ – so landet man nachts gerne vor dem Kühlschrank. Zu allem Überfluss wird der Körper, der sich ja im Großen und Ganzen aus „Ruhephase“ eingestellt hat, beim nächtlichen Futtern mit Nähstoffen geflutet, die er momentan gar nicht braucht. Energie, die der Körper nicht braucht wandelt er in Fett um. Reserven schaffen – man weiß ja nie. Kurzum: Man wird durch zu wenig schlaf nicht automatisch fett – aber die Appetitregulation ist empfindlich gestört.

Gerade heute, wo wir Nahrung ständig und im Überfluss zur Verfügung haben, ist regelmäßiges Essen umso wichtiger. Es ist ein Taktgeber für den Körper und den Schlaf. denken Sie mal an Omas alte Regel: Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Da ist etwas sehr Wahres und Weises dran! Beherzigen Sie es!

Wie schläft der Mensch ein?

Abläufe im Körper werden unter anderem durch Hormone gesteuert so auch der Schlaf:

  • Melatonin ist das Einschlafhormon. Mit beginnender Dunkelheit steigt der Anteil eines bestimmten blauen Lichts, dieses fangen spezialisierte Photorezeptoren  auf, die hinter den Augen liegen, im sogenannten SCN (suprachiasmatischer Nukleus). Die Melantoninproduktion wird dann dadurch angekurbeltDieses ganze System wurde erst Anfang der Nullerjahre entdeckt. Faszinierend nicht?
  • Gegen morgen gibt es einen hormonellen Wake-up-Call von einem anderen Hormon, dem Kortisol. Dieses langsame Stresshormon beginnt gegen 3.00 seine Arbeit und ist gegen 6.00 fertig: Wir werden wach.

Die Infoflut vom Tage wird gestoppt

In der Nacht hat vor allem das Gehirn Zeit alle Tageseindrücke zu sortieren. Worte, Gefühle, Sinneseindrücke, Bewegungsmuster – alles wird sortiert, bewertet, dann abgespeichert – oder verworfen. Wir kennen den Ausdruck „darüber muss ich erst mal schlafen“ – mit genau diesem Hintergrund.  Unser Gehirn wird vom Zuschauer zum Regisseur; sein Genre sind unsere Träume. Wir träumen jede Nacht, nur erinnern wir uns meist nicht daran. Vielleicht auch gut so, unser Gehirn arbeitet still – bis auf einige Ausnahmen.

 

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