Logo von Maypraxis - der Praxis von Michaela May für Schmerztherapie und Behandlungen des Bewegungsapparates

Schmerz – lass nach

Wie Schmerzen entstehen

Während meiner Ausbildung habe ich ein Praktikum in einer radiologischen Praxis absolviert. An der Seite eines erfahrenen Spezialisten lernte ich viel über Schmerz – und wie paradox er ist. Wir hatten einen Patienten mit der Diagnose Morbus Sudek: Nach einem Knochenbruch hatte der junge Mann unglaubliche Schmerzen, war seit Monaten krank- und arbeitsunfähig geschrieben.  Seine Röntgen- und MRT-Aufnahmen waren komplett ohne Befund, alles war in Ordnung und der Bruch eigentlich gut verheilt. Und trotzdem litt er, daran bestand kein Zweifel.

Es gab auch den umgekehrten Fall: Die Bilder deuteten auf großen Verschleiß der Wirbelsäule, verschobenen Bandscheiben, Facettengelenksarthose. Trotzdem: Die Patientin war schmerzfrei, recht beweglich für ihr Alter, arbeitete sogar als Sporttrainerin. Ich kann es bezeugen, denn es waren meine eigenen MRT-Bilder, die ich mit dem Ausbilder gemeinsam analysiert habe.

Schmerzbehandlung in der maypraxis

Und weil Schmerz nicht gleich Schmerz und Patient nicht gleich Patient ist, ist es wichtig jeden Fall neu zu betrachten und für Ihren Fall die wirkungsvollste Kombination der Therapie-Module zu finden,  um rasch eine Linderung und nachhaltig eine Besserung zu erreichen. Einige Beispiele aus dem Wissensschatz der Naturheilkunde:

  • Die klassische Homöopathie bietet viele Mittel, die in der alternativmedizinischen Schmerztherapie Anwendung finden.  Sicherlich am bekanntesten ist Arnica, das „Fallkraut“, dass auch viel im Alltag gerne benutzen:  Schmerzen, die durch Quetschungen von Gewebe durch Stürze oder stumpfe Verletzungen entstehen, können hiermit behandelt werden. Ruta gilt als „großartiges Verletzungsmittel“ (M.Tyler) wenn Knochen oder Gelenke, z.B. durch Verstauchungen betroffen sind. Rhus.tox. kommt auch in diesem Feld oft zum Einsatz; typisch für dieses Mittel ist, dass sich die Schmerzen bei Bewegung bessern. Andere Mittel decken andere Schmerzarten ab: Causticum und Colocythis werden oft bei krampf- oder kolikartigen Beschwerden verabreicht. Die Homöopathie kennt also nicht nur das eine Schmerzmittel – die Symptome und die Genese der Schmerzen werden nach einem bestimmten Verfahren erfasst, gewichtet – und führen dann in der letzten Analyse zum maßgeschneiderten Mittel für Ihren Fall.
  • Die Homöosinatrie bietet eine wertvolle Alternative gerade im Bereich der Akutbehandlung in der Schmerztherapie. Die Wirkung der Akupunktur bei der Bekämpfung und Linderung von Schmerzen findet allgemein mehr und mehr Anerkennung. Die Homöosinatrie geht einen Schritt weiter; bei diesem Verfahren wird die Homöopathie mit der Akupunktur verknüpft: Homöopathische Arzneimittel werden in bestimmte Akupunkturpunkte injiziert: Das Ziel ist sozusagen eine „doppelte Wirkung“ zu erreichen.

Schmerz – nüchtern betrachtet

Man kann Schmerzen in zwei Kategorien aufteilen: den akuten und den chronischen Schmerz. Akute Schmerzen treten kurzfristig auf und dauern nicht lange, meist wenigen Sekunden bis Stunden. Sie sind eine Art Warnsignal, irgendetwas stimmt nicht im Körper – wir haben uns z.B. verletzt. Es gibt also ein objektives Problem, eine Diagnose, eventuell eine Behandlung und wenn das alles stimmt, dann klingen die Schmerzen ab. Oft verschwinden Schmerzen auch ohne Zutun, der Körper hilft sich selbst, er reagiert auf den Schmerz mit gezielter Reparatur. Von chronischen Schmerzen spricht man hingegen, wenn der Schmerz länger andauert als zu erwarten wäre.

Schmerzquellen

Liegt eine objektive Gewebeschädigung vor, spricht man von nozirezeptiven Schmerzen, wie z.B. bei einer Hüftgelenksarthose. Ist ein Nerv geschädigt spricht man von neuropathischen Schmerzen: Betroffene sprechen von Taubheitsgefühlen, Empfindungen wie Stromschläge oder ein Bereich des Körpers fühlt sich gequetscht an. Der Schmerz wird häufig als einschießend oder brennend bezeichnet. Ein klassisches Beispiel ist die Gürtelrose. Der höchst Schmerzhafte Hautausschlag entwickelt sich oft erst Jahre oder Jahrzehnte später in der Folge einer Infektion mit Windpocken, dem Varizella-Zoster-Virus.

Dauergewitter der Schmerzmediatoren

Schmerzempfindungen werden über die Nervenrezeptoren kommuniziert, sie entstehen chemisch, durch die sogenannten Schmerzmediatoren, die an den Rezeptoren andocken. Prostaglandine zm Beispiel sind eine Stoffgruppe, die Rezeptoren im Gewebe für Schmerzen anfällig machen. Die Wirkungsweise vieler pharmazeutischer Schmerzmittel beruht übrigens darauf, die Produktion und Ausschüttung dieser Mediatorensubstanzen zu verhindern.

Serotonin hingegen ist ein Beispiel für einen Neurotransmitter, der vom Gehirn aus in den Körper geschickt wird um Schmerzen zu dämpfen oder zu beenden.

Schmerz, der bleibt: warum?

Typisch ist auch, dass der chronische Schmerz in manchen Fällen zwar nachlässt, aber ständig wiederkehrt – manchmal sogar ohne ersichtlichen Grund. Chronische Rückenschmerzen können beispielsweise mit kurzen Schüben beginnen, die dann abklingen, um in wenigen Wochen oder Monaten wiederzukehren. Im Laufe der Zeit kann die Intensität der Schübe zunehmen und schließlich ist der Schmerz beinahe jeden Tag vorhanden.  Patienten leben in der ständigen Angst und Sorge vor den Tagen, an denen es ihnen schlecht geht. Denn typisch für den chronischen Schmerz ist auch, dass er in der Intensität wechselt.

Die Falle: Schmerzgedächtnis

Schmerzen sensibilisieren den Körper für ein Problem. Wie gesagt, passiert das übergangsweise, ist das gut: Sie haben z.B. einen Sonnenbrand, die Haut schmerzt bei Berührung und bringt Sie dazu sich entsprechend zu verhalten, sodass die Heilung der Haut nicht gestört wird. Der Schmerz endet nach dieser Phase.

Werden dagegen die Nerven in Ihrem Rückenmark sensibilisiert, dann tritt dieser Effekt nicht ein. In der Medizin spricht man von einer zentralen Sensibilisierung. Das Rückenmark ist eine Art Schaltstelle zwischen den Nerven, die den Körper durchziehen und der obersten Schaltstelle, den Gehirn. Wird diese „Notrufhotline“ ständig benutzt, merkt sich das Gehirn das Problem und sucht nach Dauerlösungen: Woher kommen die Schmerzsignale? Haben wir sie schon mal erlebt? Kann das ignoriert werden? Oder muss etwas getan werden?

Im Endeffekt speichert das Gehirn die ständige Information vorsichtshalber ab und interpretiert sie als eine Art Dauer-Warn-Zustand – obwohl eigentlich noch gar keine Verletzung vorliegt. Schon angesichts von bestimmten Situationen beginnen Nerven und Hirn zu rebellieren: Viele Rückenpatienten z.B. haben eine regelrechte Angst vor Bewegung aus Sorge, der Schmerz könnte wiederkommen. Aus Sicht des Hirns ist das erst mal schlau, Gefahren zu vermeiden, denken sie mal an die heiße Herdplatte, diese Gefahr hat jedes Kind nach dem ersten Mal raus, gut so. Bewegungsmangel und Schonhaltungen  als Gefahrenabwehr aber führen in einen Teufelskreis.

 

Michaela May

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