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Darm im Dialog

Woher kommen Blähungen ?

Während unserer letzten Online my Basenfasten Kur stellte eine Teilnehmerin die Frage, warum sie so oft Blähungen habe und was man dagegen tun könnte. Deshalb hier – auch für euch – mal die wichtigsten Fakten zu diesem oft peinlichen Thema im Überblick. Kurzzusammenfassung: Pupse sind so eine Art Dialogform des Darms und geben Auskunft, woran er grade gearbeitet hat.

 

Blähungen, Pupsen, Furzen, oder poetisch “abgehende Darmwinde” – für das rektale Ablassen von Luft  gibt es viel Beschreibungen. Medizinisch fachlich korrekt spricht man von Flatulenz. Unter “Blähungen” versteht man streng genommen, eher die Vorstufe von Pupsen, nämlich das Gefühl einen unangenehm mit Luft gefüllten Bauch zu haben.  Doch, wie auch immer, eins ist gewiß: Furzen ist normal. Als erstes deshalb, quasi zur Beruhigung, einige Zahlen rund um das Thema:

  • Etwa 15 Mal kommt es täglich zum Abgang von Winden und bis zu 20 Mal gilt als total normal.
  • Der Darm produziert etwa 700 ml überschüssiges Gas am Tag. Es ist das Ergebnis der Tätigkeit unserer Darmbakterien. Die verwursten Proteine und Kohlenhydrate  aus der Nahrung. Und wer isst, der scheidet auch aus. Das gilt auch für die 2 kg Bakterien, die wir so mit uns herumschleppen.

Die Sprache der Darmgase

Statt sich angeekelt vom Thema abzuwenden, kannst du in Zukunft die Sprache deines Darms besser verstehen. Ganz grob kannst du dir folgende Faustformel merken:

  • Fürze, die heftig nach Fauligem stinken, sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die proteinverdauenden Bakterien in deinem Darm grade ein Fest feiern. Du hast also viel tierisches (auch pflanzliches) Eiweiß gegessen? Oder mehr davon, als du sonst isst? Dann mach dich darauf gefasst.
  • Eher dezent, dafür aber voluminöser, kommen Pupse daher, die aus der Kohlenhydratverwertung im Darm stammen. Du kennst sicher den Spruch “Jedes Böhnchen… usw.”: Vor allem die so gesunden, ballaststoffreichen Lebensmittel (Bohnen, Linsen, Kohl und Co.).

An dieser Stelle noch einmal mein gebetsmühlenartiges Plädoyer für das ausreichende Kauen: Kohlenhydrate (Lebensmittel wie z.B. Obst, Gemüse, Getreide), die nicht ausreichend gekaut und eingespeichelt werden, landen nahezu unverdaut im Darm und werden dort ein Freudenfest für die Darmbakterien, mit entsprechenden Konsequenzen. Mach mal den Test: “ausreichend gekaut” ist die Nahrung, die ohne großen Widerstand oder Nachhilfe durch allzu kräftiges Schlucken bequem durch die Speiseröhre in Richtung Magen gleitet. Übrigens hilft es auch, kleinere Bissen zu nehmen und nicht alles zu verschlingen. Nur mal so nebenbei bemerkt 😉

Das Gläschen Wein am Abend …

Oft wird vergessen, das auch Alkohol eine Rolle spielen kann. Alkohol wird im Körper zu Zucker (=Kohlenhydrat) umgewandelt. Schließlich kommt es besonders häufig nach dem Konsum von Bier zu Blähungen. Das liegt daran, dass Bier Hefe und Gerste enthält. Diese gären im Verdauungstrakt und können eine erhebliche Gasbildung bewirken. Nicht zuletzt kann Alkohol auch eine hemmende Wirkung auf die Darmmotorik haben. Das führt dazu, dass die aufgenommene Nahrung nicht so schnell weiter transportiert wird und eine längere Verweildauer im Magen-Darm-Trakt hat. Dadurch kann ein Gärungsprozess einsetzen, der zu einer verstärkten Gasproduktion führt.

Luft im Bauch- das wird oft übersehen!

Okay, beim Pupsen an die Verdauung zu denken, das mag sich ja noch schnell erschließen. Allerdings: Ein Großteil der Luft im Bauch ist auch tatsächlich Luft – und zwar die, die wir einatmen und verschlucken. Das passiert in so kleinen Mengen und so unbewußt, dass kaum jemand damit rechnet, dass wir täglich zwischen 2 und 3 Litern Luft verschlucken. Und die uns auch irgendwie wieder raus, notfalls auch nach hinten. Folgende Situationen fördern das “Luft-Schlucken”:

  • Hastiges Essen
  • Angeregtes Sprechen während des Essens, etwa beim Geschäftsessen oder Date
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Rauchen
  • Lolli lutschen
  • Kaugummi kauen

So hängen Rülpsen und Pupsen zusammen

Tatsächlich entstehen während der Verdauung viel mehr Gase. Diese gehen aber den eigentlich üblichen Weg: Verdauungsgase werden vom Darminneren über das Blut in Richtung Lunge transportiert und dort abgeatmet. Haben wir nun allerdings besonders viel gasbildende Lebensmittel gegessen, dann ist dieser Weg überlastet. Der Körper weiß sich zu helfen: Gase aus dem oberen Verdauungstrakt werden mit einem ordentlichen Rülpser nach aussen befördert. Gase aus dem unteren Verdauungstrakt schaffen diese Strecke nicht und gehen deshalb über den Anus ab.

 Was kann sonst noch hinter Blähungen stecken?

Flatulenz sollte dann gecheckt werden, wenn sie mit Schmerzen, meist Bauchkrämpfen einher geht. Ganz typisch ist dieses Symptom bei Menschen…

  • …. die an Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden, z.B. an Laktose, Fruktose oder wenn bestimmte Zuckerersatzstoffe nicht vertragen werden. Typisch ist, dass die Beschwerden unmittelbar nach dem Verzehr entsprechender Nahrungsmittel auftreten. Um das festzustellen lasse ich immer ein Ernährungstagebuch führen, entsprechende Labortest geben dann die diagnostische Sicherheit.
  • Auch Reizdarmpatienten leiden unter vermehrten Darmgasen in Verbindung mit Schmerzen. Ebenso Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Diabetes) oder während der Einnahme von Medikamenten wie Metformin, Acarbose oder Miglitol (die bei Diabetes verschrieben werden), sowie penicillinhaltige Antibiotika. Auch bei der Benutzung von Abführmittel kann es dazu kommen.

Vor allem aber dann, wenn die Blähungen von Alarmsymptomen wie Stuhlveränderungen, Blut im Stuhl oder Gewichtsverlust begleitet werden, dann ist ein ärztlicher Check unablässig.

Für den Normalfall gilt vor allem eins: Wer Pupsen unterdrückt, bei dem dehnt sich natürlich durch die Ansammlung der Gase der Darm. Dadurch können Bauchkrämpfe auch überhaupt erst entstehen. Zudem kann sich der Druck auf die Lungen erhöhen und der Betroffene gerät unter Stress – das ist alles nicht lebensbedrohlich, jedoch ausreichend unangenehm.

 

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